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Warum mobikult?
Die derzeitigen Entwicklungen in Brandenburg machen detaillierte Diskussionen über eine nachhaltige Gestaltung und Lenkung der Mobilitätskultur auf unterschiedlichsten Ebenen erforderlich. Denn trotz sinkender Bevölkerungszahlen, hohen Abwanderungsraten und einer stagnierenden wirtschaftlichen Situation leben sehr viele Menschen in den ländlichen Regionen Brandenburgs.
Veränderte Gesellschaftsmuster wie Brandenburg sie in den letzen Jahren erfahren hat, führen zwangsweise zu veränderten Kulturlandschaften und einem völlig neuem Kulturverständnis. Das heißt, eine nachhaltige Mobilitätskultur fordert eine soziale Verantwortung aller Akteure. Nicht nur Verkehrsplaner, ÖPNV-Betreiber und Wirtschaftsunternehmer in den Regionen soll diese gestalten, auch die Anwohner und Touristen der Regionen haben ein Recht auf Mitsprache.
Demnach liegt die Verantwortung nicht nur bei dem Endkunden bestehender Mobilitätsangebote, sondern bei allen Akteuren die Einfluss auf das Mobilitätsverhalten haben.
Was ist neu?
Aufbauend auf aktuellen Mobilitätsuntersuchungen und Projektansätzen wird in den genannten LEADER+-Regionen darauf gezielt, eine nachhaltige Mobilitätskultur zu etablieren, Mobilitätskonzepte zu konzipieren, zu beantragen und kurzfristig praktisch umzusetzen. Durch die Umsetzung einzelner praxisorientierter LEADER+ Projekte auf langfristiger Basis sollen in den Regionen neue Arbeitsplätze geschaffen, bestehende gesichert sowie zusätzliche Einkommensquellen entwickelt werden.
Im Ergebnis dieses Kooperationsprojektes werden Umsetzungskonzepte für finanzierbare, nachfragegerechte Mobilitätsdienstleistungen aus klassischem ÖPNV, privaten und weiteren öffentlichen flexiblen Angeboten vorliegen, die dann in den Praxisbetrieb überführt werden. Neue Angebote können beispielsweise Rufbusse, Bürgerbusse, touristische Angebote und Eventbusse, aber auch Informations- und Serviceeinrichtungen vor Ort sein. Innovative regionale Informationssysteme, welche die Mobilitätswünsche der Bevölkerung vor Ort, der Tagestouristen und Urlaubsgäste bzw. Kurtouristen erfüllen, können als Basis für erfolgreiche Vermarktungsstrategien geschaffen werden.
Mit neuen Dienstleistungsangeboten wird die Bindung an die Region gestärkt und dem Abwanderungsprozess entgegengewirkt. Zusätzlich soll die Attraktivität der Region für Besucher und Touristen gestärkt werden. Durch attraktive Mobilitätsangebote werden Touristen in die Region geführt, die Existenz kleinerer mittelständischer Betriebe gesichert und ihre Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.
Ausgehend von den naturräumlichen und natürlichen Voraussetzungen, kulturhistorischen, wirtschafts- und infrastrukturellen Entwicklungen und dem in der jeweiligen Region vorhandenen Know-how werden regionale Wertschöpfungsketten im Dienstleistungsbereich, in Tourismus und in der Landwirtschaft sowie zur Vermarktung regionaltypischer ländlicher Produkte entwickelt.

mobikult setzt mit einer spezifischen Sichtweise an: Integrierte Dienstleistungsangebote im ÖPNV benötigen eine Sektoren und Regionen übergreifende Kooperation und Koordination. Eine zentrale Rolle bei der Gestaltung ländlicher Mobilitätsangebote sind dabei bottom-up Ansätze. Akteure der Region sollen an den Planungen beteiligt werden, ohne freilich zentrale Planungs-, Koordinierungs- und Abstimmungsebenen zu ersetzen. Politische Entscheidungsträger stehen in Verantwortung, eine nachhaltige Mobilitätskultur als Motor der ländlichen Entwicklung zu unterstützen. Hierbei ist es von zunehmender Bedeutung, den Raum über kommunale Grenzen hinaus zu betrachten und eine Integration von Regional- und Verkehrsplanung zu fokussieren.
Um eine nachhaltige Mobilitätskultur zu etablieren, wird ein gegenseitiges Informieren, Lernen und Reflektieren in Kooperation mit allen Beteiligten angestrebt. Die neue Mobilitätskultur soll nachhaltig, also ökonomisch sinnvoll, sozial ausgewogen und Ressourcen schonend sein. Es bedarf rechtlicher und finanzieller Rahmenbedingungen, um Verkehrsmittel intelligent zu kombinieren, Mobilitätssysteme zu vernetzen und flexibel aufeinander zu beziehen, die Beförderungssysteme lückenlos und barrierefrei zu gestalten sowie eine Planung und Steuerung von Mobilitätssystemen und Akteursbeteiligung. Eine neue Mobilitätskultur wird zudem langfristig Entwicklungen der Gesellschaft wie Alterung, Schrumpfung der Bevölkerungszahl und den Rückgang der Infrastruktur berücksichtigen.