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Umsetzung

Der Projektverlauf von mobikult lässt sich in vier Phasen unterscheiden: Informationsbeschaffung, Entwicklung, Umsetzung und Wirkungsanalyse.

Umsetzung


1. Informationsbeschaffung
Hier findet eine Bestandsaufnahme in den beteiligten Regionen statt und zudem werden in Zielgruppenworkshops mit allen Akteursgruppen Potenziale und Ressourcen ausgelotet. In der Märkischen Schweiz stellt sich die derzeitige Situation wie folgt dar: Das Busangebot bedient in den Spitzenzeiten den Schülerverkehr und den Pendlerverkehr in der Region bzw. den Anschluss an die S- Bahn in Strausberg und die Regionalbahn in Müncheberg. Für Touristen ist das Angebot des ÖPNV in der LEADER+-Region derzeit unattraktiv.
2. Entwicklung
Durch kommunizierende Planung und Stärkung des bürgerlichen Engagements mit touristischen Einrichtungen und Touristen, aber auch der Bevölkerung sollen erste Ideen entwickelt werden. Schließlich sollen neue Betreiber- und Betriebssysteme für angepasste Nutzungsstrategien entstehen wie Gemeinschafts- und Mehrfachnutzung sowie Multifunktionalisierung und Leasing. Für die Märkische Schweiz gilt es zu berücksichtigen, dass die verschiedenen Mobilitätsanlässe wie Berufsverkehr, Einkaufs- oder Freizeitverkehr unter­schiedlicher Zielgruppen sich nicht in einem Angebot gleichberechtigt fassen lassen. Somit müssen sich praktisch flächendeckende und Zielgruppen orientierte Angebote zu einem Gesamtpaket an Mobilität für ländliche Regionen sinnvoll ergänzen. Unterschiedliche Ziel­gruppen bedürfen individueller Angebotsofferten. Daraus ergeben sich folgende Handlungs­felder für neue Mobilitätsdienstleistungen in ländlichen Teilräumen des Landes Branden­burgs, denen verschiedene Dienstleistungsmodelle zugeordnet werden können: Einerseits soll das Angebot für Einheimische ein klassisches Linienangebot enthalten, das zeitlich und räumlich nur noch auf Berufspendler zugeschnitten ist und zudem soll eine Rufbusumstellung dieser Linien außerhalb der Pendlerzeiten erfolgen - per Anruf nach Fahrplan und auf Linie. Außerdem soll ein Angebot für Touristen entstehen - eine feste Bus-Touristenlinie, die regelmäßig nach Fahrplan alle interessanten Einrichtungen anfährt (West- und Ost-Schleife); überdies soll eine Stärkung der Destination Müncheberg - Buckow durch die Buckower Kleinbahn erfolgen. Das kann durch weitere Anbieter wie Kremser, Car-Sharing- ähnliche Konzepte und Service-Stationen vervollständigt werden.
3. Umsetzung
Hier finden nun die vorausgegangen Phasen ihren ersten Höhepunkt mit ersten LEADER+-Genehmigungsverfahren und dem Stellen von Anträgen für förderungsfähige Projekte. Dabei sollen eine Unternehmensstragie, ein Unternehmenshandbuch und eine Marketingstrategie zum Einsatz kommen. Damit kann eine Anpassung der Mobilitätsdienstleistungen auf die strukturellen Anforderungen der Einzel­regionen unter Berücksichtigung der Erfahrungen und Kenntnisse der Regionen sowie der Ak­teure aus Wirtschaft, öffentlichen Einrichtungen, politischen Institutionen sowie Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO) vor Ort realisiert werden.
4. Wirkungsanalyse
Ein neuer Gemeinschaftsverkehr orientiert sich nicht an bisherigen Systemgrenzen und Akteursstrukturen im ÖPNV, Individual- oder Wirtschaftsverkehr. Die Akteurs- und Interessensvielfalt für öffentliche Mobilität und somit die Herausforderung für Evaluatoren werden noch größer. Halbjährlich findet eine Evaluationsphase zur Beobachtung und Reflektion des Status statt. Abschließend sollen mit einer Darstellung der Ergebnisse und einem Erfahrungstransfer die bisherigen Initiativen bewertet werden. Zeitliche und räumliche Nutzungsmuster, Nutzerstrukturen sowie Auslastungs- und Bündelungsgrad lassen durchaus einen Rückschluss auf Wirkung und Wirkungszusammenhänge von Maßnahmen zu. Eine Gesamtbewertung der Modelle in den einzelnen Regionen verdeutlicht, worin letztendlich die Erfolgskriterien und Innovationshemmnisse bestehen, wo Grenzen für Standardisierung und Übertragbarkeit alternativer Mobilitätsangebote erreicht werden.